Genauigkeit der Geräte in der Landwirtschaft

Finus

Geocacher
Hallo,

mit einem Landwirt diskutierte ich heute über GPS.
Der kannte es aus der Landwirtschaft, wo solche Einrichtungen z.B. dazu benutzt werden um in ungespurten großen Feldern parallel zu fahren.
Er sagte, dass das System dort auf 20-30 cm genau navigieren könne.
Mein Garmin geht glaube ich nur bis 8 m.

Sein Parallelführungsgerät für Traktoren heißt: AgGPS EZ-Guide plus von Trimble die Internetadresse: http://www.geo-konzept.de .
http://www.parallelfuehrung.de/
Geht das wirklich (heute schon) auf 20-30 cm genau zu navigieren (ausgenommen militärische Anwendungen)?
 

HeatseekerGER

Geocacher
Hi,
also ich glaube schon, dass dies möglich ist. Ich meine es handelt sich hierbei um DGPS Geräte, die zusätzlich zum GPS noch Korrektursignale von Bodensationen aus empfangen. Damit kommt man auf Genauigkeiten unter einem Meter. Sind aber bestimmt nicht billig (zumindest im vergleich zu einem Etrex).
Grüße
HeatseekerGER
 

TKKR

Geoguru
Ich habe irgendwo mal gehört, dass solche Systeme auch Informationen der Lenkung, des Räderschlupfs usw. mit einbeziehen. Wenn man dann bedenkt, dass es hier ja nicht um absolute Punktlandungen geht, sondern um parallele Linien zueinander dann klingen 30 cm doch garnicht so abwegig zumal Felder ja selten von dichtem Laub abgeschattet sind und große Felder in schmalen Flusstälern auch recht selten anzutreffen sind. Also ist meist mit optimalen Bedingungen zu rechnen.
 

ts1

Geocacher
Finus schrieb:
Er sagte, dass das System dort auf 20-30 cm genau navigieren könne.
Das ist die relative Genauigkeit, eine Spur zeitnah neben der anderen.
Mein Garmin geht glaube ich nur bis 8 m.
Das ist die absolute Genauigkeit.

Die beiden kann man nicht einfach vergleichen. Und noch etwas anderes, auch nicht so einfach vergleichbares:
Bestimmt kann auch Dein GPS einen einzigen Schritt registrieren. Schau dazu mal auf die Geschwindigkeitsanzeige während (bis kurz nach) Du diesen einen Schritt machst.

Der Landwirt wird schon Recht haben, von der Flurecke ausgehend am Rand entlangfahrend, kann die nächste Spur um die vorprogrammierte Arbeitsbreite der Egge etc. eine Handspanne genau daneben gesetzt werden.

Eine Rakete so genau ins Ziel zu führen (absolute Genauigkeit bei hoher Geschwindigkeit) ist viel schwieriger.
 

alex3000

Geowizard
Das GPS wird heutzutage auch zur Vermessung eingesetzt. Genauigkeiten von bis zu 2 cm sind dort gängig.
 

HerrK

Geomaster
Jo, wir hatten hier vor kurzem doch auch mal den einen von "Jugend forscht",
der sagte doch auch das die mit Geräten arbeiten die 40.000 €uronen kosten und auf den Zentimeter genau sind. :shock:

Hier mein neues GPS für an den Fahrradlenker:
EZGuidePlus_Trimble_nobackground.jpg


:mrgreen:
 

-tiger-

Geowizard
Alex3000 schrieb:
Das GPS wird heutzutage auch zur Vermessung eingesetzt. Genauigkeiten von bis zu 2 cm sind dort gängig.

Das halte ich für ziemlich übertrieben, hast du dazu mal nen Link? Die Geräte z.B. für den Agrarbereich arbeiten mit Korrektursignalen, die an festen, genau vermessenen Referenzstationen aus den GPS Signalen generiert werden und per seriellem Kabel, WLAN oder ähnlichem zum mobilen GPS empfänger geschickt werden. Der korrigiert damit die empfangenen GPS Singale von den Satelliten. Je näher man an der Referenzstation ist, desto besser ist das Ergebnis. Im Hamburger Hafen wird so ein System für die Schiffe eingesetzt, da war mal die Rede von einer Genauigkeit von etwas unter einem Meter. Wer mal damit spielen will, sich aber keine DGPS Station bauen will, kann DGPS übers Internet ausprobieren:

http://www.wsrcc.com/wolfgang/gps/dgps-ip.html

Da die Station in den USA steht ist das Ergebnis eher theoretischer Natur, das Prinzip wird aber klar denke ich.

Tiger
 

alex3000

Geowizard
-Tiger- schrieb:
Das halte ich für ziemlich übertrieben, hast du dazu mal nen Link?

http://www.schucky.de/punktbestimmung_mit_hilfe_von_GPS.htm

Habe auch beruflich sehr viel mit Ingenieurvermessung zu tun, eine Ungenauigkeit von mehr als 2 cm ist bsp. im Straßenbau nicht mehr hinnehmbar.
 

geometer42

Geomaster
-Tiger- schrieb:
Das halte ich für ziemlich übertrieben, hast du dazu mal nen Link?
Tiger

In den technischen Daten des GPS-1200 von Leica-Geosystems findet man Genauigkeitsangaben von bis zu 3mm + 0.5ppm.

Geodätische GPS-Empfänger messen nicht die Laufzeit des Signals, sondern den Phasenwinkel der Trägerwelle. Das geht viel genauer, macht die Empfänger aber auch sehr teuer (>10000 €).

Die Genauigkeit bezieht sich außerdem nicht auf die absolute Position, sondern auf eine Position relativ zu einem Referenzpunkt, auf dem zeitgleich eine Messung stattfinden muss. Erst die gemeinsame Verarbeitung der Daten aus beiden Empfängern bringt die hohe Genauigkeit. Der ppm-Wert in der Genauigkeitsangabe bezieht sich auf die Entfernung zum Referenzpunkt. Bei einem Abstand von 100 Km beträgt die Genauigkeit z.B. nur noch 5,3 cm.
 

radioscout

Geoking
In einem TV-Bericht habe ich sowas mal gesehen. Der Landwirt hatte eine DGPS-Referenzanlage. Auf dem Dach stand eine GPS-Antenne und eine WLAN-Antenne, die die KOrrekturdaten zum Traktor gefunkt hat.



Militärische und einige kommerzielle GPSr nutzen beide Frequenzen. Die einfachen Geräte dürfen die verschlüsselte Frequenz nicht nutzen.
 

whitesun

Geowizard
geometer42 schrieb:
Die Genauigkeit bezieht sich außerdem nicht auf die absolute Position, sondern auf eine Position relativ zu einem Referenzpunkt, auf dem zeitgleich eine Messung stattfinden muss

Da ist meine Beschreibung etwas unglücklich rübergekommen. Die Leica GPS-1200 ist ja eigentlich nur zur Erfassung der Strassenoberfläche gedacht.

Diese gesammelten Daten werden am Rechner bearbeitet und dann in eine Totalstation überspielt. Diese Totalstation sendet ein rotierendes Lasersignal aus. Dieses Signal wird von einem Prisma, in diesem Fall an einer Strassenfräse, aufgefangen. Zusammen mit einer Funkverbindung zwischen der Maschine und dem Referenzpunkt der Totalstation werden diese Daten in einem Bordcomputer ausgewertet. Diese Auswerteeinheit steuert die Ventile innerhalb der Maschine an, die für die Nivellierung zuständig sind.

Unser Nivelliersystem arbeitet mit einen Totband von einem Millimeter. Bei einer Frästiefe von sagen wir mal 5 cm, bewegen wir uns im Bereich zwischen 4,9 und 5,1 cm. So mit haben wir hier eine maximale Abweichung von einem Millimeter +/- Und das sind die Toleranzen, die die Kunden erwarten.

Also kommen wir in diesem speziellen Fall auf 1 mm Genaugkeit.

Gruß

whitesun
 

whitesun

Geowizard
Naja, denk mal über eine Abweichung von 8 Meter beim Strassenbau nach. :D Hey, was macht die Landstrasse in meinem Wohnzimmer. Och unser GPS ist nicht ganz so genau. :lol:

Aber sonst ist das schon in Ordnung. Ein wenig sollte man schon suchen.

Gruß

whitesun
 

DocW

Geowizard
Ich habe mich vor einer Weile mit einem (entfernten) Verwandten über GPS-Systeme unterhalten, er ist Landwirt und er erzählte mir von modernen Sämaschinen, die sogar mit GPS-Unterstützung die Fahrspuren ins Feld säen, also quer zur Fahrtrichtung.
Desweiteren misst der Mähdreher den Ertrag pro Flächeneinheit und steuert dann fürs nächste Jahr die Düngerausbringung dementsprechend. In Senken wird weniger Dünger ausgebracht als auf Kuppen (Senke und Kuppen sind hier relativ zu sehen, er lebt in Schleswig Holstein).
Das ist natürlich ein differentielles GPS-System.
 

-tiger-

Geowizard
Alex3000 schrieb:
http://www.schucky.de/punktbestimmung_mit_hilfe_von_GPS.htm

Habe auch beruflich sehr viel mit Ingenieurvermessung zu tun, eine Ungenauigkeit von mehr als 2 cm ist bsp. im Straßenbau nicht mehr hinnehmbar.

Ok, hier ist aber auch von differentiellem GPS die Rede. Ohne Referenzsender geht da nichts. Für Geocaching nur bedingt geeignet. Die 10.000€ für den Empfänger laufen dagegen unter "Peanuts" ;)

Tiger
 

geometer42

Geomaster
Das sehe ich eigentlich als große Gefahr für unseren Sport. In ein paar Jahren wird jeder Empfänger Genauigkeiten im cm-Bereich liefern und dann erübrigt sich die Sucherei, es sei denn man gibt verfälschte oder gerundete Koordinaten an.
 
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