Nds: Geocaching und Naturschutz

diltigug

Geocacher
Die weltweite Verbreitung des Spiels funktioniert bisher ohne formelle Organisation
(Hervorhebung von mir)

Oh, oh, da bahnt sich was an. Der gute deutsche Naturschutzbeamte fängt an zu überlegen, ob man da nicht etwas offiziell reglementieren sollte. Gar nicht gut.

Ich weiß zwar nicht, an wenn sich diese Tagung richtet, aber es wäre wirklich mal interessant, was da so abgeht. Wäre sicher sinnvoll, wenn der ein oder andere Aktive daran teilnehmen und dann hier berichten könnte.
 
diltigug schrieb:
Die weltweite Verbreitung des Spiels funktioniert bisher ohne formelle Organisation
(Hervorhebung von mir)

Oh, oh, da bahnt sich was an. Der gute deutsche Naturschutzbeamte fängt an zu überlegen, ob man da nicht etwas offiziell reglementieren sollte. Gar nicht gut.
"Formale Organisation" ist etwas anderes als "offizielle Reglementierung"!
Ein "Dosensucher e.V." mit Clubheim, regelmäßigen Treffen, einem Vorsitzenden, einem Kassenwart, einer Satzung (ganz wichtig)... ist ein Beispiel für eine formale Organisation. Denkt da an Angelvereine, Fußballclubs, Kegelvereine...
 

bene66

Geocacher
diltigug schrieb:
Die weltweite Verbreitung des Spiels funktioniert bisher ohne formelle Organisation
(Hervorhebung von mir)

Oh, oh, da bahnt sich was an. Der gute deutsche Naturschutzbeamte fängt an zu überlegen, ob man da nicht etwas offiziell reglementieren sollte. Gar nicht gut.
Es gibt leider einen geringen Prozentsatz schwarzer Schafe unter den geocachern, die sich bezügl. Natutschutz falsch verhält, ob aus Unwissenheit, Unüberlegtheit oder Ignoranz. Aufgrund des Erfolges von Geocaching wird diese Anzahl auch immer größer.

Da finde ich es sehr gut, das bei diesem Seminar erst mal ein neutraler Ansatz gewählt wird und nicht sofort alles verteufelt wird - haben wir ja auch schon oft gesehen.

bene66
 

blackbeard69

Geomaster
Dann zitiere ich jetzt auch mal:
"Macht es Sinn, durch attraktive Angebote in Schutzgebieten steuernd zu wirken?"
Das interpretiere ich als "Der Förster oder die Naturparkverwaltung legt eigene Geocaches oder sucht den Kontakt zu Geocachern, die das in Absprache tun."

Das ist an sich nichts anderes als Wandervereine tun. Die markieren ihre Wanderwege auch nicht einfach quer durch die Natur, sondern in Absprache mit den Ämtern. Bloß haben dort die Ämter halt den Verein als konkreten Ansprechpartner, das ist der Unterschied zum Geocachen. Bei letzteren muss der Owner bei einem Problem einzeln kontaktiert werden und wenn ein regelwidriger Cache (zum Beispiel mitten im NSG, 100m vom nächsten Weg entfernt) verschwindet, gibt es keine Garantie, dass am nächsten Tag ein Anfänger seine neue Dose an genau die Stelle legt. Ein Verein würde letzteres intern verhindern, einfach dadurch, dass nicht jedes Mitglied eigenverantwortlich Vereins-Wanderwege markieren darf. Das ist die Position, die ein Amt aus langjähriger Erfahrung kennt, und die man sich vermutlich auch bei "den Geocachern" wünscht. Nicht, um Geocaching zu verbieten, sondern weil ein Forstamt für seinen Forst verantwortlich ist und in dieser Eigenschaft Bescheid wissen will, was da abgeht.

Beruflich kenne ich übrigens einen Förster. Er ist Geocaching gegenüber aufgeschlossen, setzt aber auch klare Grenzen (Wegegebot in NSGen, Nachtcaches). Für ihn sind wir eine Interessengruppe von vielen, neben Jägern, Waldeigentümern, Wanderern, Joggern, Nordic Walkern, Mountainbikern, aber auch wildlebenden Tieren. Und deren Interessen muss er alle unter einen Hut bekommen, so dass jeder seinen Spaß haben kann, aber keiner unter den anderen zu leiden hat.

Ich glaube, um so etwas geht es in dem Seminar, und nicht um "etwas zu verbieten" oder neue Gebühren zu erfinden.

Thomas
 

SandTor

Geocacher
Wenn es einer weiß, wie läuft es denn in anderen Ländern? Ist dort geocaching unreglementiert oder auch schon, von welcher Seite auch immer, "überwacht"?
 
A

Anonymous

Guest
diltigug schrieb:
Die weltweite Verbreitung des Spiels funktioniert bisher ohne formelle Organisation
(Hervorhebung von mir)

Oh, oh, da bahnt sich was an. Der gute deutsche Naturschutzbeamte fängt an zu überlegen, ob man da nicht etwas offiziell reglementieren sollte. Gar nicht gut.
Bloße Unterstellung! Hast Du mal darüber nachgedacht, das die Formulierung "bisher" einfach nur genau das wiedergibt, was Fakt ist, nämlich das Geocaching "bisher" ohne formelle Organisation auskommt? Stehtda irgendwo etwas von Plänen oder allein Überlegungen dazu, diesen Zustand zu ändern? Nein, also bitte bei Fakten bleiben!
 

eigengott

Geowizard
SandTor schrieb:
wie läuft es denn in anderen Ländern?

Niederlande: Du brauchst die explizite Genehmigung seitens des Grundbesitzers bzw. der verwaltenden Behörde. Im Wald also meistens der (das? die?) Staatsbosbeheer.

USA: In Nationalparks ist Geocachen flächendeckend untersagt. In vielen State Parks nur mit Genehmigung der jeweiligen Verwaltung, in manchen auch gar nicht. Änliches für Wilderness Areas, Indianerreservate, ... Insgesamt höchst kompliziert und das wird dort auch absolut nicht locker gesehen. Einen guten Einblick wie das in der Praxis aussieht, kannst Du im Profil von Moun10Bike unter dem Tab "Tips on Hiding" sehen.

Kanada: Ähnlich USA, nicht ganz so restriktiv aber auch dort ist Geocachen in etlichen State Parks völlig verboten oder nur mit extra Genehmigung per Cache möglich.

Kurz: Wir können froh sein über die (bislang?) doch sehr einfachen Verhältnisse hier in Deutschland, wo Geocachen fast überall zumindest geduldet wird. Das geht natürlich nur solange gut, wie wir uns an geltendes Recht halten, also z.B. Wegegebot in Naturschutzgebieten/Nationalparks, fernbleiben von Privatgrund usw.
 
eigengott schrieb:
...
Kurz: Wir können froh sein über die (bislang?) doch sehr einfachen Verhältnisse hier in Deutschland, wo Geocachen fast überall zumindest geduldet wird. Das geht natürlich nur solange gut, wie wir uns an geltendes Recht halten, also z.B. Wegegebot in Naturschutzgebieten/Nationalparks, fernbleiben von Privatgrund usw.

Wahre Worte gelassen ausgesprochen! :2thumbs:
Vielleicht zündet es ja noch bei dem ein oder anderen... :leitung:
 

Clyde

Geocacher
Also ich finde diese gewisse "Anarchie" beim Geocachen gut. Es wird schon genug reglementiert, ich will mir nicht auch noch beim Cachen von irgenjemand sagen lassen, was ich darf und was nicht. Naturschutz ist definitiv ein Anliegen, auf das gerade Cacher ein besonderes Augenmerk haben sollten, wir sind eben oft in der Natur unterwegs und ich glaube es ist selbstverständlich, diese auch zu achten.

Viele Grüße.
 

skrell

Geocacher
Clyde schrieb:
Es wird schon genug reglementiert, ich will mir nicht auch noch beim Cachen von irgenjemand sagen lassen, was ich darf und was nicht.
Naja, wenn Dir jemand in Deinem Vorgarten eine Dose legt, dann wirst Du vielleicht sehr schnell diesem Zeitgenossen sagen wollen, was er darf und was nicht :D
Ich denke, wenn jeder beim Legen eines Caches (und natürlich auch beim Bergen) das Hirn einschaltet, so sind vielleicht nicht alle Orte gesetzlich erlaubt, aber solange niemand (einschließlich Natur) dadurch gestört wird...
 

Clyde

Geocacher
Ich würde niemals auf die Idee kommen, ein Privatgrunstück zu bedosen. Wenn ich einen Cache lege, dann da wo es niemanden stört, sondern erfreut. Privatgrunstücke sind sowas von Tabu, sagt aber eigentlich schon der Name : Privat="das eigene". Wie könnte ich mir also herrausnehmen, das Eigentum anderer zu nutzen, um meinem Hobby zu frönen und darüber hinaus noch andere Menschen einladen, dass selbe zu tun?
Ich meinte auch eigentlich nicht das Verstecken, sondern eher das Suchen. Ein wenig Sensibilität sollte man aber immer an den Tag legen.
Wenn in meinem Garten jemand ohne mein wissen etwas versteckt, nehme ich es an mich, suche mir den Cache raus und bitte den Menschen, mal bei mir vorbei zu kommen. Der bekommt dann kein Mecker, sondern nur eine Belehrung, wie man mit dem Eigentum anderer umzugehen hat und vieleicht ein Kaffee.
 

bene66

Geocacher
Clyde schrieb:
Also ich finde diese gewisse "Anarchie" beim Geocachen gut. Es wird schon genug reglementiert, ich will mir nicht auch noch beim Cachen von irgenjemand sagen lassen, was ich darf und was nicht.
Also "Anarchie" bei Cachen finde ich genauso blöd wie sonst. Aber ich gebe Dir recht - es wird ausreichend reglementiert, und damit meine nicht nicht nur "ofizielle" Verordnungen und Gesetze sondern auch die regeln des gesundenMenschnverstandes.
Wen sich alle Cacher, Sucher und (besonders) Owner an diese existierenden Regeln halten, ist alles völlig in Ordnung.
Clyde schrieb:
Wenn in meinem Garten jemand ohne mein wissen etwas versteckt, nehme ich es an mich, suche mir den Cache raus und bitte den Menschen, mal bei mir vorbei zu kommen. Der bekommt dann kein Mecker, sondern nur eine Belehrung, wie man mit dem Eigentum anderer umzugehen hat und vieleicht ein Kaffee.
Und wenn Naturschutzbehörden jetzt das adäquate machen - das Gespräch mit uns Suchen - weil einige wenige die Regeln nicht kennen oder bewußt nicht einhalte. Dann ist das doch OK.
Aber was würdest Du tun, wenn derjenige nach der Tasse Kaffee wieder etwas in Deinem Garten versteckt - ohne Dein wissen?

bene66
 

radioscout

Geoking
skrell schrieb:
Ich denke, wenn jeder beim Legen eines Caches (und natürlich auch beim Bergen) das Hirn einschaltet,
Das funktioniert leider nicht. Schau Dir das Thema "Geocaching und Bahn" an.

skrell schrieb:
so sind vielleicht nicht alle Orte gesetzlich erlaubt, aber solange niemand (einschließlich Natur) dadurch gestört wird...
Bei der aktuellen und ständig steigenden Userzahl brauchst Du an sowas nicht mal zu denken.
 

Clyde

Geocacher
@ bene66
Dann würde ich Ihn auch im Garten verbuddeln (kleiner Scherz^^).
Und Ja, Gespräche und Diskussionen sind die Essenz eines guten Miteinanders. Allerdings nur, wenn man auch konträre Meinungen zulässt und diese begründet werden.
Ich habe durch diese Forum auch einiges gelernt und bei manchen Sachen umgedacht. Leider brauchen halt einige Menschen erst Regeln um richtig zu handeln, vieleicht weil sie zu bequem sind, sich selbst schlau zu machen.
 
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