Slackline für Horizontalbewegung anschlagen

adorfer

Geoguru
Es geht um das Szenario "Unter einer Brücke",
Also eine horizontale Bewegung an einer stark gespannten Seilbahn.
Der Kletterer zusätzlich durch ein normales Kletterseil (slackfrei) gesichert.
An diesem bewegt er sich hinterher auch wieder "aufwärts".

Kann man die Rundschlingen wie folgt an den Zurrgurt anschlagen?
Praktisch ist es. Aber da das so bestimmt nicht "gedacht" ist, würde ich gern Eure Erfahrungen dazu hören. (Oder die begründeten Einwände)

P3170066.sized.jpg

P3170073.sized.jpg


P.S. Dass die Vernähung teilweise im Ankerstich liegt: Nicht ideal. Ich wollte für's Foto den Waschzettel mit im Bild haben, daher die unglückliche Positionierung.
 

D3S3RT

Geocacher
wir haben die immer ganz normal eingehängt, und das ganze mit ner kleinen Reebschnur vor dem Runterfallen gesichert. Vor dem Spannen nochmal überprüft ob der auch richtig drinliegt. Und dann gespannt.
Kam zuletzt bei ner 24M Seilbahn unter dem Viadukt in Olfen zum Einsatz.
 

Lariel

Geocacher
Hi,

als allererstes, meine Erfahrung mit derartigen Haken ist null.
Also kann ich nur eine optische Einschätzung geben.

Nüchtern betrachtet sieht es gut aus. Die Belastung kann die Haken nicht auseinanderbiegen, die Lastschlinge bekneift sich selbst. Solange die Haken nicht durch die Belastung nach vorne Aufgebogen werden (was eigentlich nicht passieren sollte), sieht das alles fein aus.

Nun frage ich mich, warum ich dennoch Bauchschmerzen dabei habe. Keine Ahnung. Aber ich baue Slacklines auch nur zum slacklinen auf, und ich verwende dafür dann auch Schlauchband und kein Gurtband. Ich bin wohl komisch.

Also von mir aus dem Kopf : :xmas2_up:
Aus dem Bauch :xmas2_down:

Bis denn,
Christoph
 

klo25

Geocacher
*** Offtopic ***

Was hält denn eigentlich so ein üblicher Zurrgurt? Bei den Bildern aus Olfen siehts so aus, als wäre da etwas von nur 1000lbs aufgedruckt, was ein bischen wenig wäre. Slacklines liegen doch bestimmt im Bereich >2t?

Gruß,
klo25
 

pullermann

Geocacher
klo25 schrieb:
*** Offtopic ***

Was hält denn eigentlich so ein üblicher Zurrgurt? Bei den Bildern aus Olfen siehts so aus, als wäre da etwas von nur 1000lbs aufgedruckt, was ein bischen wenig wäre. Slacklines liegen doch bestimmt im Bereich >2t?

Gruß,
klo25

Meine LKW-Spanngurte sind mit 2500DaN angegeben. Es gibt aber auch welche mit 5000DaN. Wichtig! Immer auf die Ratsche achten! Manche Ratschen verkraften max. 250DaN Spannkraft :???:
 

D3S3RT

Geocacher
Auf den Spanngurten ist das angegeben, was die unter Dauerbelastung verkraften. Da muss man noch den 7x Sicherheitsfaktor dazurechnen. Sprich reissen tun die erst viel später. Eine Last, die wir selbst nicht aufbringen können.

In Olfen haben wir zwei Ratschen genutzt.
Jeweils eine Kranschlinge (mit 28 t) ans Geländer. Da eine zweite rangebunden (halt so durcheinander gezogen) und dann da direkt den Haken der Ratsche reingehängt und den Spanngurt durchgezogen. Der Haken ist an der Kranschlinge mit ner Reebschnur gesichert, damit da nichts abstürzen kann. Andere Seite genau so. Wir haben den Spanngurt auf Rolle, sprich der hat keine Haken am Ende dran. Die Ratsche selbst ist mit 5t angegeben.
Der Durchhang in der Mitte der Strecke lag bei etwa einem halben bis 3/4 meter.

Die Kanten an der Brückenkantenumlenkung wurden natürlich durch Spanngurt-Kantenschoner geschont.
Insgesammt eine geile Aktion. Noch längere Strecken würde ich allerdings nur noch machen, wenn ich mal ne Rolle finde, die da drauf passt. weil sonst ist das echt anstrengend, denn der Karabiner rutscht echt schlecht auf Spanngurt.
 
OP
adorfer

adorfer

Geoguru
D3S3RT schrieb:
Noch längere Strecken würde ich allerdings nur noch machen, wenn ich mal ne Rolle finde, die da drauf passt. weil sonst ist das echt anstrengend, denn der Karabiner rutscht echt schlecht auf Spanngurt.
Eien Rolle für 5cm-Spanngurte habe ich noch nicht gesehen. Recht praktisch ist es, wenn man unter der Brücke neben dem "Tragseil" und dem Sicherungsseil auch noch ein weiteres halbwegs strammes durchgehendes Seil verlegt hat, welches beidseitig angeschlagen ist.
Da kann man dann die Handsteigklemme draufsetzen und sich mit "Beidhändigem Reißen" vorwärtsarbeiten.
Und man kann auch falls das Tragseil zu arg durchhängt, sich in das Zusatzseil stellen mit einem Fuß und versuchen, auf das Tragseil zu steigen und dann je nach Balancetalend entweder "so" drauf zu laufen oder eben mit den Hand an der Decke das Gleichgewicht halten. Wird nur etwas unübersichtlich, weil man dann mit mehr oder minder kurzen Verbindungsmitteln in zwei Systemen hängt und auch noch das Sicherungsgerät "mit der Lifeline" hinter sich herschleppt. (Mit dem ID hat man dann völlig verloren, weil dort bei horizontalen Bewegungen einhändig kein Seil herauszubekommen ist.)
 

D3S3RT

Geocacher
Also das vorwärtskommen ist an sich kein Problem. in Rückenlage mit Kopf in die Richtung, wo man hinwill. Und dann mit beiden Händen am Spanngurt weiterziehen. Das Problem, bzw das kräftezehrende ist ja nur, dass der HMS, der am Gurt hängt belastet ist, und daher echt schwer auf dem Gurt rutscht :) Die Variante mit Steigklemme würde ich in jedem fall nutzen, wenn die seilbahn soweit durchhängt, dass ich mich festhalten müsste, um nicht wieder in die Mitte durchzurutschen.
Am normalen seil nehmen wir dafür aber zwei Steigklemmen und ne Rolle.
Steigklemme mit Reebschnur unten an den Karabiner der Rolle, da dranhängen, quasi als rücklaufsperre. Und mit der zweiten Steigklemme vorne ziehen
 

SkyTrain

Geowizard
D3S3RT schrieb:
Auf den Spanngurten ist das angegeben, was die unter Dauerbelastung verkraften. Da muss man noch den 7x Sicherheitsfaktor dazurechnen. Sprich reissen tun die erst viel später. Eine Last, die wir selbst nicht aufbringen können.

Sorry das ist einfach falsch. Für Anschlagmittel ist gemäß EN 1492-2 eine 7-fache Sicherheit vorgeschrieben. Für Spanngurte ist die EN 12195-2 maßgebend. Gemäß Norm muss ein Zurrgurtband eine 3-fache Sicherheit aufweisen.

Und bei diesen Werten wird von ganz anderen Belastungsverhältnissen ausgegangen als du sie erreichst. Bei eurer 24m Seilbahn hast du einen Hebel von 12m gebaut an dem du eine dynamische Kraft (wippen) deines Körpergewichtes einleitest.

Nicht das du mich falsch verstehst. Ich hätte mich auch an eure Seilbahn gehängt. Aber hier verbreitest du Zahlen. Ich sehe schon den nächsten Cacher einen ungenormten Fernost-Spanngurt für 250 kg im Baumarkt kaufen. Laut deinen Zahlen kann der ja 1,75 t.
 

GEOX81

Geocacher
Also ich habe schon einen von den Haken zerlegt.Die Kraft kann beim spannen so doll sein das der Schweißpunkt,des Hakens zerbricht
 

Sejerlänner

Geowizard
Bei meinem Spanngurt hatte ich die offenen Rahmenhaken gewählt
838_0.jpg

Das hat den Vorteil, daß sie einfach aus den Gurtband ausgefädelt werden können
und durch ein Stahlschraubkarabiner ersetzt werden, wenn ich in eine Bandschlinge einhängen möchte.
be24eea6-fedc-4a91-9dd5-610473f067cf.jpg
 
OP
adorfer

adorfer

Geoguru
Sejerlänner schrieb:
Das hat den Vorteil, daß sie einfach aus den Gurtband ausgefädelt werden können
und durch ein Stahlschraubkarabiner ersetzt werden, wenn ich in eine Bandschlinge einhängen möchte.
Ich hoffe, Du kennzeichnest diese Karabiner abriebsicher, damit Du diese nicht versehentlich hinterher wieder zum Klettern "Single Rope" verwendet.
 

Zai-Ba

Geowizard
Na, bei Stahlkarabinern sollte da nicht viel passieren. Wichtig ist eine entsprechende Trennung bei Alu(was ja eh nicht in Lines eingesetzt werden sollte und (Kletter)Schlingenmaterial.

Kritisch sehe ich bei deinem Aufbau aber den Anschlag in der spitzen Gabelung. Mir kam da spontan ein Bild wie dieses hier in den Kopf... Und sowas hab ich nicht nur nach großen Stürmen gesehen!


keep caching, Zai-Ba
 

Sejerlänner

Geowizard
Zai-Ba schrieb:
...Kritisch sehe ich bei deinem Aufbau aber den Anschlag in der spitzen Gabelung. Mir kam da spontan ein Bild wie dieses hier in den Kopf... Und sowas hab ich nicht nur nach großen Stürmen gesehen!


keep caching, Zai-Ba


:megaeek: uuuiihh, ich kann mir zwar gerade nicht vorstellen, wie sowas ohne Sturm oder auch Schneelast passieren kann, aber das Bild werde ich sicher beim nächsten Einbau im Hinterkopf haben :roll:
Danke für den Hinweis ;)
 

do1000

Geowizard
Könnt ihr das mal erklären, warum man einen Karabiner nach einer Slackline noch benutzen darf, aber nur noch bei Slacklines und nicht mehr zum Klettern?
 
A

Anonymous

Guest
Ich würde sagen, weil du von einer Slackline nicht so tief fällst, wenn das Teil bricht.

Für die dauerhafte Schwingbelastung und die auftretenden Kräfte bei Slacks sind die Alukarabiner jedenfalls nicht ausgelegt.
 

do1000

Geowizard
Aha! Ich hatte die Posts weiter oben so verstanden, als dürfe man einen Stahlkarabiner nach Spanngurt nur noch zu diesem Zweck verwenden, aber nicht mehr zum Klettern. Wo ist denn da der Unterschied? Oder wo kann ich das Nachlesen?
 
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