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Auf schmaler Spur von Wernigerode zum Brocken

08. Februar 2026 um 16:55

Wer im Harz unterwegs ist, der muss natürlich auch auf dem höchsten Gipfel von Deutschlands Norden, dem Brocken, gewesen sein. Wir begaben uns zu diesem Zweck auf die Schiene, fuhren von Wernigerode zum Brocken mit der Schmalspurbahn und nahmen unterwegs und auch etwas abseits noch ein paar Geocachingabenteuer mit.
Seit 1899 dampft die schmalspurige Brockenbahn mit Unterbrechungen zum Brocken. Der zweite Weltkrieg hatte Schäden an den Gleisanlagen hinterlassen und so lag die Bahn bis 1949 still. 1950 fanden in Schierke die deutschen Wintersportmeisterschaften statt, was die Wiederaufnahme des Bahnbetriebes und die Errichtung des zusätzlichen Haltepunktes Eckerloch zur Folge hatte. Dieser zusätzliche Stopp wurde allerdings sofort nach dem Ende der Meisterschaften wieder aufgegeben. Schon seit Kriegsende waren auf dem Brocken die Grenztruppe der DDR und Soldaten der Sowjetunion stationiert, eine Fahrt zum Brocken war nur mit Passierschein möglich. Und auch diese Möglichkeit endete mit dem Mauerbau 1961. Der Personenverkehr zwischen Schierke und dem Brocken wurde eingestellt, es verkehrten fortan nur Güterzüge mit Oel, Kohle und Baumaterial ins Sperrgebiet.
6000 Demonstranten, welche nach dem Fall der deutschen Mauer, zu einer Sternwanderung aus verschiedenen Orten auf den Brocken aufbrachen, erzwangen am 03.Dezember 1989 friedlich die Öffnung des Brockenplateaus. Gegen 12:45 Uhr gaben die DDR-Grenztruppen dem Druck der Menschenmassen nach und öffneten das Tor der 3,60m hohen Mauer rund um den Gipfel, welches zu diesem Zeitpunkt noch immer als Sperrgebiet galt.

03.12.89 Am Tor zum Sperrgebiet (Quelle: Harzkurier)
Demonstranten Sternenwanderung (Quelle: NDR)

Seit 1991 verkehrt nun auch wieder die Brockenbahn zum Gipfel. Und trotz der wirklich preisintensiven Fahrt von mittlerweile 65 Euro pro Person hin und zurück, wollten wir die Bahn und den so geschichtsträchtigen Berg genau auf diese Weise erkunden.
Und so starteten wir in Wernigerode unser Abenteuer Schmalspurbahn mit dem Virtual „Schmalspur-Paparazzi 3“. Am Aussichtsplateau auf dem Hauptbahnhof der Harzer Schmalspurbahnen müsst ihr eine Aufgabe erfüllen und Euch mit der Antwort Euren „Fundschein“ sichern, der Euch zum Loggen des Caches berechtigt.

Unsere Fundscheine 😃

Hier startete nun auch unsere zweistündige Fahrt zum 1.142 m hohen Brocken. Über die Bahnhöfe Westerntor, Hochschule, Hasserode, Steinerne Renne, Drei Annen Hohne und Schierke kämpft sich die Dampflok zum Ziel. Durch Wälder, welche sich gerade vom Borkenkäferbefall erholen, durch einen Tunnel, vorbei an durch Waldbrände gezeichnete Flächen. Das beim Start noch sonnige Wetter wich nach und nach einer Waschküche. Bei rund 300 Nebeltagen mit Sichtweiten unter 50m im Jahr und nur 6 Tagen mit über 100 km Fernsicht auf dem Brocken war das für uns aber keine Überraschung.

Oben angekommen absolvierten wir nur ein paar Labpunkte, den Virtual „Wolkenhäuschen und Goethe“, sowie den über 21 Jahre alten Webcamcache „1.Brocken*Cam*“. Zugegebenermaßen sind wir keine Freunde von Menschenmassen und Touristenanhäufungen. Dennoch gönnten wir uns ein Mittagessen beim Brockenwirt am Bahnhof, schauten uns auf dem Plateau um und konnten sogar ein paar Minuten mit ein wenig Sonne und Sicht geniesen.

Die Rückfahrt verbrachten wir auf der Plattform des Waggons, da die Bahn heillos überfüllt war. Dies war aber keineswegs unangenehm. Zwar ein wenig windig und kalt, hatten wir aber den vollen Genuss bester Sicht und keinen unnötigen Körperkontakt zu anderen Passagieren. 😁 Zudem konnte maecky1978 unsere Fahrt wunderbar für sein Video einfangen, welches ihr hier findet.

Wieder in Wernigerode angekommen, solltet ihr Euch unbedingt die gläserne Manufaktur der Harzer Schmalspurbahn anschauen. Hier kann man hautnah bei Reparaturen der Dampflokomotiven dabei sein, viel zur Technik erfahren und auch an einer Werkstattführung teilnehmen. Zudem gibt es im Außenbereich für den Cachernachwuchs einen Dampflokspielplatz. Ganz in der Nähe könnt ihr auch den ziemlich geschickt getarnten Tradi „Die gläserne Dampflokwerkstatt der HSB“ versuchen aus seinem Versteck zu locken.

Den nächsten Stopp machten wir am Bahnhof Westerntor. Der Tradi „Schmalspur-Paprazzi 1“ lockte uns mit seinen vielen Favoritenpunkten hierher. Nachdem wir die Ebene gewechselt und die schön gemachte Dose signiert hatten, machten wir noch einen Abstecher in den wunderschönen alten Bahnhof und können das auch Jedem, der hier ist, nur empfehlen.

Zum Abschluss zog es uns auf eine kleine Wanderung zu einem Kurzmulti. Auf dem Weg zum Cache „Bahnunglück“ kommt ihr zudem an einer interessanten Stempelstelle der Harzer Wandernadel vorbei. Hier findet ihr nämlich die Wasserkunst Thumkuhlental. Dabei handelt es sich um eine originalgetreu nachgebaute Wasserkunst mit Wasserrad, Feldgestänge und Pumpenturm, wie sie früher im Bergbau eingesetzt wurde.

Noch ein bisschen bergan und ihr steht an der Stelle des Bahnunglücks, welches sich am 06.Juli 1927 hier ereignete. Durch starke Regenfälle wurde der Bahndamm der hier befindlichen Brücke unterspült. Die Lok, sowie zwei Wagen stürzten in die Tiefe und rissen sechs Menschen mit in den Tod. Die Lok wurde hier an Ort und Stelle verschrottet und ein Gedenkstein errichtet. Hier findet ihr alle Antworten, welche Euch zum Finale des Multis, einem kleinen LP, bringen. Wir hatten hier glücklicherweise noch genug Zeit im Gepäck, studierten am Handy den Fahrplan der Brockenbahn und warteten. Hier befindet sich wirklich ein sehr guter Foto- und Videopunkt für Dampflokfreunde. Auch hierzu möchte ich Euch wieder ein Video von maecky1978 empfehlen, welches Euch unter anderem mit zur Wasserkunst, zum Bahnunglück und zu tollen Blicken auf die fahrende Brockenbahn nimmt.

👂

Worum es das nächste Mal geht, ist auch für mich selbst noch eine Überraschung. Bis dahin kommt aber auf alle Fälle weiter gut durch den Winter und seid lieb gegrüßt von Eurer Chaos_Schnecke Tina

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chaosschnecke

Auf schmaler Spur von Wernigerode zum Brocken

08. Februar 2026 um 16:55

Wer im Harz unterwegs ist, der muss natürlich auch auf dem höchsten Gipfel von Deutschlands Norden, dem Brocken, gewesen sein. Wir begaben uns zu diesem Zweck auf die Schiene, fuhren von Wernigerode zum Brocken mit der Schmalspurbahn und nahmen unterwegs und auch etwas abseits noch ein paar Geocachingabenteuer mit.
Seit 1899 dampft die schmalspurige Brockenbahn mit Unterbrechungen zum Brocken. Der zweite Weltkrieg hatte Schäden an den Gleisanlagen hinterlassen und so lag die Bahn bis 1949 still. 1950 fanden in Schierke die deutschen Wintersportmeisterschaften statt, was die Wiederaufnahme des Bahnbetriebes und die Errichtung des zusätzlichen Haltepunktes Eckerloch zur Folge hatte. Dieser zusätzliche Stopp wurde allerdings sofort nach dem Ende der Meisterschaften wieder aufgegeben. Schon seit Kriegsende waren auf dem Brocken die Grenztruppe der DDR und Soldaten der Sowjetunion stationiert, eine Fahrt zum Brocken war nur mit Passierschein möglich. Und auch diese Möglichkeit endete mit dem Mauerbau 1961. Der Personenverkehr zwischen Schierke und dem Brocken wurde eingestellt, es verkehrten fortan nur Güterzüge mit Oel, Kohle und Baumaterial ins Sperrgebiet.
6000 Demonstranten, welche nach dem Fall der deutschen Mauer, zu einer Sternwanderung aus verschiedenen Orten auf den Brocken aufbrachen, erzwangen am 03.Dezember 1989 friedlich die Öffnung des Brockenplateaus. Gegen 12:45 Uhr gaben die DDR-Grenztruppen dem Druck der Menschenmassen nach und öffneten das Tor der 3,60m hohen Mauer rund um den Gipfel, welches zu diesem Zeitpunkt noch immer als Sperrgebiet galt.

03.12.89 Am Tor zum Sperrgebiet (Quelle: Harzkurier)
Demonstranten Sternenwanderung (Quelle: NDR)

Seit 1991 verkehrt nun auch wieder die Brockenbahn zum Gipfel. Und trotz der wirklich preisintensiven Fahrt von mittlerweile 65 Euro pro Person hin und zurück, wollten wir die Bahn und den so geschichtsträchtigen Berg genau auf diese Weise erkunden.
Und so starteten wir in Wernigerode unser Abenteuer Schmalspurbahn mit dem Virtual “Schmalspur-Paparazzi 3”. Am Aussichtsplateau auf dem Hauptbahnhof der Harzer Schmalspurbahnen müsst ihr eine Aufgabe erfüllen und Euch mit der Antwort Euren “Fundschein” sichern, der Euch zum Loggen des Caches berechtigt.

Unsere Fundscheine 😃

Hier startete nun auch unsere zweistündige Fahrt zum 1.142 m hohen Brocken. Über die Bahnhöfe Westerntor, Hochschule, Hasserode, Steinerne Renne, Drei Annen Hohne und Schierke kämpft sich die Dampflok zum Ziel. Durch Wälder, welche sich gerade vom Borkenkäferbefall erholen, durch einen Tunnel, vorbei an durch Waldbrände gezeichnete Flächen. Das beim Start noch sonnige Wetter wich nach und nach einer Waschküche. Bei rund 300 Nebeltagen mit Sichtweiten unter 50m im Jahr und nur 6 Tagen mit über 100 km Fernsicht auf dem Brocken war das für uns aber keine Überraschung.

Oben angekommen absolvierten wir nur ein paar Labpunkte, den Virtual “Wolkenhäuschen und Goethe”, sowie den über 21 Jahre alten Webcamcache “1.Brocken*Cam*”. Zugegebenermaßen sind wir keine Freunde von Menschenmassen und Touristenanhäufungen. Dennoch gönnten wir uns ein Mittagessen beim Brockenwirt am Bahnhof, schauten uns auf dem Plateau um und konnten sogar ein paar Minuten mit ein wenig Sonne und Sicht geniesen.

Die Rückfahrt verbrachten wir auf der Plattform des Waggons, da die Bahn heillos überfüllt war. Dies war aber keineswegs unangenehm. Zwar ein wenig windig und kalt, hatten wir aber den vollen Genuss bester Sicht und keinen unnötigen Körperkontakt zu anderen Passagieren. 😁 Zudem konnte maecky1978 unsere Fahrt wunderbar für sein Video einfangen, welches ihr hier findet.

Wieder in Wernigerode angekommen, solltet ihr Euch unbedingt die gläserne Manufaktur der Harzer Schmalspurbahn anschauen. Hier kann man hautnah bei Reparaturen der Dampflokomotiven dabei sein, viel zur Technik erfahren und auch an einer Werkstattführung teilnehmen. Zudem gibt es im Außenbereich für den Cachernachwuchs einen Dampflokspielplatz. Ganz in der Nähe könnt ihr auch den ziemlich geschickt getarnten Tradi “Die gläserne Dampflokwerkstatt der HSB” versuchen aus seinem Versteck zu locken.

Den nächsten Stopp machten wir am Bahnhof Westerntor. Der Tradi “Schmalspur-Paprazzi 1” lockte uns mit seinen vielen Favoritenpunkten hierher. Nachdem wir die Ebene gewechselt und die schön gemachte Dose signiert hatten, machten wir noch einen Abstecher in den wunderschönen alten Bahnhof und können das auch Jedem, der hier ist, nur empfehlen.

Zum Abschluss zog es uns auf eine kleine Wanderung zu einem Kurzmulti. Auf dem Weg zum Cache “Bahnunglück” kommt ihr zudem an einer interessanten Stempelstelle der Harzer Wandernadel vorbei. Hier findet ihr nämlich die Wasserkunst Thumkuhlental. Dabei handelt es sich um eine originalgetreu nachgebaute Wasserkunst mit Wasserrad, Feldgestänge und Pumpenturm, wie sie früher im Bergbau eingesetzt wurde.

Noch ein bisschen bergan und ihr steht an der Stelle des Bahnunglücks, welches sich am 06.Juli 1927 hier ereignete. Durch starke Regenfälle wurde der Bahndamm der hier befindlichen Brücke unterspült. Die Lok, sowie zwei Wagen stürzten in die Tiefe und rissen sechs Menschen mit in den Tod. Die Lok wurde hier an Ort und Stelle verschrottet und ein Gedenkstein errichtet. Hier findet ihr alle Antworten, welche Euch zum Finale des Multis, einem kleinen LP, bringen. Wir hatten hier glücklicherweise noch genug Zeit im Gepäck, studierten am Handy den Fahrplan der Brockenbahn und warteten. Hier befindet sich wirklich ein sehr guter Foto- und Videopunkt für Dampflokfreunde. Auch hierzu möchte ich Euch wieder ein Video von maecky1978 empfehlen, welches Euch unter anderem mit zur Wasserkunst, zum Bahnunglück und zu tollen Blicken auf die fahrende Brockenbahn nimmt.

👂

Worum es das nächste Mal geht, ist auch für mich selbst noch eine Überraschung. Bis dahin kommt aber auf alle Fälle weiter gut durch den Winter und seid lieb gegrüßt von Eurer Chaos_Schnecke Tina

Vom Konsum-Bierchen zum Stasi-Bunker

01. Februar 2026 um 13:28

Natürlich zog es uns in unserem Harz-Urlaub auch an die vergessenen und staubigen Orte, welche aber immer viel zu erzählen haben. In der Nähe von Wernigerode, genauer gesagt in Nöschenrode, befand sich viele Jahre eine Gastwirtschaft. Bereits 1471 als Schleifmühle erbaut, begann mit dem Fremdenverkehr im Harz die gastronomische Geschichte des Anwesens mit dem Namen „Storchmühle“. 1934 erwarb Rudolf Kindermann, ein Magdeburger Industrieller, das Gelände. Er baute es zu einer bedeutenden Ausflugs- und Vergnügungsgaststätte aus, welche auch bei der Prominenz der damaligen Zeit durchaus beliebt war. An das Gelände angeschlossen gab es einen kleinen Tiergarten, Palmen und andere exotische Kübelpflanzen. Im Winter war die Gastwirtschaft geschlossen, die kälteempfindlichen Pflanzen überwinterten in Gewächshäusern des Wernigeröder Schlosses.

Eindrücke der damaligen Zeit (Quelle: Die Storchmühle im Internet)

Nach dem Krieg und der unvermeidlichen Enteignung übernahm die Konsum-Genossenschaft der DDR die Bewirtschaftung. Um 1970 herum wurden die Gebäude in drei Bauabschnitten zeitgemäß umgebaut und bis zur Wende weiterhin gastronomisch genutz.

Die Konsumzeit (Quellen: Die Storchmühle im Internet und DDR-Postkartenmuseum)

Wie bei so vielen geschichtsträchtigen Orten begann mit dem Ende der DDR auch das Ende dieses wunderschönes Ortes. Verfall und Vandalismus folgten. Seit 2009 existiert auf dem Gelände der Multicache „LPC Storchmühle“. Leider sind die Stationen nicht mehr komplett spielbar, durch einen Hint, kann man das Finale aber dennoch problemlos finden. Und so gaben wir uns erstmal ganz der Erkundung des doch recht großen Geländes hin. Besonders eindrucksvoll war der riesige Speisesaal mit seinen runden Öffnungen in der Decke und den ehemals großen Glasfronten. Die Vorstellung, wie lichtdurchflutet dieser Raum einmal gewesen sein muss, fällt nicht schwer. Im Außenbereich entdeckt man zwischen starker Vegetation immer wieder kleine Eindrücke, wie schön es wohl hier einmal gewesen sein muss. Auf verschiedenen Ebenen gab es wahrscheinlich Sitzgelegenheiten und auch einen SB-Imbiss findet man im jetzigen Dschungel. Auch wenn die Stationen des 16 Jahre alten Multis nicht mehr komplett in Ordnung sind, so ist dieser Oldscool LP Cache und dieses geschichtsträchtige Gelände doch immer noch einen Besuch wert.

Noch war unser LostPlace Hunger für diesen Tag nicht gestillt und so ging es ins nur 10 Autominuten entfernte Büchenberg. Hier befindet sich der Multi „Bunker LP-09“. Nachdem ihr die erste Station an den Parkkoordinaten gelöst habt, geht es auf einen kleinen Spaziergang zur ehemaligen Führungsstelle in Kriegs- und Krisensituationen. Über 100 Bunker dieses Typs wurden in den 60er Jahren in der DDR gebaut, um für eventuelle Kriegsfälle vorbereitet zu sein. Die Wände bestehen aus 30 cm Stahlbeton, die Nutzfläche beträgt ca. 140qm. Weitere Infos zu diesem Bunkertyp findet ihr im Listing und auf dieser Webseite. Sobald ihr in den Tiefen verschwunden seid, heißt es Taschenlampen an und die geforderten Informationen suchen. Habt ihr alles gefunden, könnt ihr es Euch auf einer Couch im Bunker gemütlich machen und die finalen Koordinaten errechnen. Ein wirklich empfehlenswertes kleines Abenteuer.
Wenn ihr nun noch Lust auf ein paar bewegte Bilder habt, dann kann ich Euch das Video von maecky1978 über unseren Tag in Wernigerode, der Storchmühle und dem Bunker empfehlen.Schaut doch mal auf seinem Youtube-Kanal vorbei. Über einen Like oder ein Abo würden wir uns ebenfalls sehr freuen.

👂

Das nächste Mal kommen alle Liebhaber der Brockenbahn auf ihre Kosten. Neben einer Fahrt zum Brocken haben wir auch noch den ein oder anderen thematisch passenden Cache gefunden. Bis dahin, bleibt gesund, Eure Chaos_Schnecke Tina 🐌

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chaosschnecke

Vom Konsum-Bierchen zum Stasi-Bunker

01. Februar 2026 um 13:28

Natürlich zog es uns in unserem Harz-Urlaub auch an die vergessenen und staubigen Orte, welche aber immer viel zu erzählen haben. In der Nähe von Wernigerode, genauer gesagt in Nöschenrode, befand sich viele Jahre eine Gastwirtschaft. Bereits 1471 als Schleifmühle erbaut, begann mit dem Fremdenverkehr im Harz die gastronomische Geschichte des Anwesens mit dem Namen “Storchmühle”. 1934 erwarb Rudolf Kindermann, ein Magdeburger Industrieller, das Gelände. Er baute es zu einer bedeutenden Ausflugs- und Vergnügungsgaststätte aus, welche auch bei der Prominenz der damaligen Zeit durchaus beliebt war. An das Gelände angeschlossen gab es einen kleinen Tiergarten, Palmen und andere exotische Kübelpflanzen. Im Winter war die Gastwirtschaft geschlossen, die kälteempfindlichen Pflanzen überwinterten in Gewächshäusern des Wernigeröder Schlosses.

Eindrücke der damaligen Zeit (Quelle: Die Storchmühle im Internet)

Nach dem Krieg und der unvermeidlichen Enteignung übernahm die Konsum-Genossenschaft der DDR die Bewirtschaftung. Um 1970 herum wurden die Gebäude in drei Bauabschnitten zeitgemäß umgebaut und bis zur Wende weiterhin gastronomisch genutz.

Die Konsumzeit (Quellen: Die Storchmühle im Internet und DDR-Postkartenmuseum)

Wie bei so vielen geschichtsträchtigen Orten begann mit dem Ende der DDR auch das Ende dieses wunderschönes Ortes. Verfall und Vandalismus folgten. Seit 2009 existiert auf dem Gelände der Multicache “LPC Storchmühle”. Leider sind die Stationen nicht mehr komplett spielbar, durch einen Hint, kann man das Finale aber dennoch problemlos finden. Und so gaben wir uns erstmal ganz der Erkundung des doch recht großen Geländes hin. Besonders eindrucksvoll war der riesige Speisesaal mit seinen runden Öffnungen in der Decke und den ehemals großen Glasfronten. Die Vorstellung, wie lichtdurchflutet dieser Raum einmal gewesen sein muss, fällt nicht schwer. Im Außenbereich entdeckt man zwischen starker Vegetation immer wieder kleine Eindrücke, wie schön es wohl hier einmal gewesen sein muss. Auf verschiedenen Ebenen gab es wahrscheinlich Sitzgelegenheiten und auch einen SB-Imbiss findet man im jetzigen Dschungel. Auch wenn die Stationen des 16 Jahre alten Multis nicht mehr komplett in Ordnung sind, so ist dieser Oldscool LP Cache und dieses geschichtsträchtige Gelände doch immer noch einen Besuch wert.

Noch war unser LostPlace Hunger für diesen Tag nicht gestillt und so ging es ins nur 10 Autominuten entfernte Büchenberg. Hier befindet sich der Multi “Bunker LP-09”. Nachdem ihr die erste Station an den Parkkoordinaten gelöst habt, geht es auf einen kleinen Spaziergang zur ehemaligen Führungsstelle in Kriegs- und Krisensituationen. Über 100 Bunker dieses Typs wurden in den 60er Jahren in der DDR gebaut, um für eventuelle Kriegsfälle vorbereitet zu sein. Die Wände bestehen aus 30 cm Stahlbeton, die Nutzfläche beträgt ca. 140qm. Weitere Infos zu diesem Bunkertyp findet ihr im Listing und auf dieser Webseite. Sobald ihr in den Tiefen verschwunden seid, heißt es Taschenlampen an und die geforderten Informationen suchen. Habt ihr alles gefunden, könnt ihr es Euch auf einer Couch im Bunker gemütlich machen und die finalen Koordinaten errechnen. Ein wirklich empfehlenswertes kleines Abenteuer.
Wenn ihr nun noch Lust auf ein paar bewegte Bilder habt, dann kann ich Euch das Video von maecky1978 über unseren Tag in Wernigerode, der Storchmühle und dem Bunker empfehlen.Schaut doch mal auf seinem Youtube-Kanal vorbei. Über einen Like oder ein Abo würden wir uns ebenfalls sehr freuen.

👂

Das nächste Mal kommen alle Liebhaber der Brockenbahn auf ihre Kosten. Neben einer Fahrt zum Brocken haben wir auch noch den ein oder anderen thematisch passenden Cache gefunden. Bis dahin, bleibt gesund, Eure Chaos_Schnecke Tina 🐌

Zeitzer Zerfall

19. Oktober 2025 um 18:15

Heute möchte ich einmal mit einem privaten Anliegen beginnen. Vielleicht hat der Ein oder Andere schon einen neuen Blogbeitrag vermisst. Tatsächlich ist der Letzte knapp einen Monat her. Kurz nach der Veröffentlichung musste meine Mutti ins Krankenhaus und 14 Tage lang sah es so aus, als müsste ich mich für immer verabschieden. Jeder Tag war seitdem neben der Arbeit geprägt von täglichen Besuchen in der Klinik, Erledigungen und einem Gefühlschaos zwischen Hoffen und Bangen. Kreativität war schier unmöglich. Nun sieht alles viel viel besser aus, man kann in die Zukunft blicken und so ist meine Freude riesig, heute mal wieder auf die Tasten meines Laptops zu klimpern. 😊

Vor einigen Wochen begaben wir uns auf einen Ausflug nach Zeitz in Sachsen Anhalt. LostPlace Liebhaber und Geocacher mit einem Hang zum LP Attribut kommen hier nämlich auf kurzen Distanzen mehr als auf Ihre Kosten. Das hier der Leerstand regiert, liegt einfach an der industriellen Geschichte der Stadt. Zu DDR-Zeiten lebten hier um die 45.000 Einwohner und gingen in vielen bedeutenden Betrieben Ihrer Arbeit nach. So produzierte hier zum Beispiel ZEKIWA, damals Europas größter Kinderwagenhersteller jährlich 450.000 „Kutschen“. Es gab eine bedeutende Möbelfabrik, ein Hydrierwerk, welche Kraft- und Schmierstoffe produzierte und einen großen Maschinenbaubetrieb. Geblieben ist davon nichts, Heute leben in Zeitz 17.000 Menschen weniger. Neben der Zeitzer Zuckerfabrik ist aus der alten Zeit noch das Zetti Schokoladenwerk geblieben. Früher fanden hier 1500 Menschen Arbeit, heute gerade noch 100. Verfall und Leerstand findet man hier an jeder Ecke. Aber an einigen Ecken tut sich auch etwas. Und so freute ich mich, das eine Lost Place Kirche, an der ich vor Jahren noch einen Cache finden konnte, mittlerweile durch einen Privatinvestor gekauft wurde, welcher das Dach sanierte. Der morbide Charme im Inneren soll erhalten bleiben und die „heilige Halle“ für Veranstaltungen genutzt werden.

Ein paar Eindrücke von meinem Besuch der Geisterkirche 2014

Unser Start war aber heute bei „Die alte Bäckerei – LP“. Kurz vor der Wende begann hier der Bau, welcher einmal zu einer Großbäckerei führen sollte. Die politischen Veränderungen liesen das Projekt erstarren und so findet ihr heute wie damals hier nur den Rohbau. Leider ist dieser mittlerweile eingezäunt und nicht mehr begehbar. Der Cache ist hinter dem Gebäude nicht wirklich schön, inmitten von Müllbergen versteckt. Wir brachen hier ab, weil Suchen an dieser Stelle weder Sinn noch Spaß machte.

Der Bäckerei-Rohbau
Hint „unter Stein“ 😆

Als nächstes ging es für uns zu „Zeitzer Zerfall“ Altes E-Werk“. Wer meinem WA-Kanal folgt, hat zu diesem Fund vielleicht schon mein Video gesehen. Die Location lohnt sich, auch wenn auf den ersten Metern Berge von Müll und Schutt auf Euch warten. Je näher ihr allerdings den Cachekoordinaten kommt, umso mehr zeigt sich zwischen der Vegetation ein wunderschönes, 1904 erbautes E-Werk. Auch hier gibt es viel Zerstörung und Schmierereien, aber mich entschädigte die wirklich beeindruckende Fassade und die detailreiche Bauweise solcher Nutzgebäude in der damaligen Zeit.

Weiter ging es zum Tradi „Güterbahnhof“. Als Bahnhof wird er nicht mehr genutzt, aber als Lager der Stadt. In unmittelbarer Nähe findet ihr einen für Zeitz typischen Vergleich. Ein paar Meter entfernt steht ihr direkt vor der riesigen, aus Backsteinen gebauten alten Schokoladenfabrik. Nur ein paar hundert Meter weiter, steht die neue Produktions- und Lagerstätte der Goldeck Süßwaren GmbH.

Güterbahnhof

Unser nächster Stopp war die „Schachtanlage Paul II (LP) – reloaded„. 1897 erbaut und 1949 stillgelegt, ist die Anlage der letzte Zeuge des im hiesigen Revier betriebenen Braunkohlentiefbaus. Der Cache führt Euch schon ein wenig weiter ins Gelände, Zwischen Dornenhecken erscheinen neue kleine Gebäude und machen die Suche echt geheimnisvoll. Dieser Ort ist wirklich besonders, zumal er 76 Jahre dort ein verlassenes Dasein fristet und wohl nur ab und an von ein paar Geocachern besucht wird.

Weiter ging unsere Fahrt zum Tradi „Rittergut“. Zum Gebäude fanden wir keinen für uns legalen Zugang, also beschränkten wir uns auf das Suchen der Dose, was sich allerdings als ziemliche Herausforderung herausstellte. Als ich schon am Aufgeben war, hatte maecky1978 aber doch noch die richtige Idee und den richtigen Blick und wir konnten hier unseren vorletzten Fund für diesen Tag verbuchen.

Das letzte Ziel sollte unser schönster Lost Place an diesem Tag werden. Über Feldwege, vorbei an proppevollen Apfel- und Birnbäumen ging es für uns in ein Waldstück zum Tradi „Zeitzer Zerfall Kinderheim“. Schon ziemlich verfallen, hat das Gebäude durch seinen Natursteinbau, die Holzveranden und das schöne Eingangsportal immer noch sehr viel Charme. Das Kindererholungsheim wurde 1926 von Paul Wegmann, einem kommunistischen Politiker erbaut. Nach dem Krieg nutzten es die sowjetischen Streitkräfte als Offizierskasino. Danach begann der Verfall. Der Tradi ist mit einer kleinen sportlichen Einlage verbunden und hat uns richtig Spaß gemacht. Ein würdiger Abschluss für unsere Tour, wie ich finde.

Wenn ich also Eure Lust auf eine schöne Lostplace-Cache-Tour wecken konnte, so bietet Zeitz und Umgebung so allerlei zu entdecken. Einmal nach „LP“-Attribut filtern und die GC-Karte hält so einige Ziele für Euch bereit. Sicher waren auch wir nicht das letzte Mal in dieser Gegend.

Im nächsten Beitrag möchte ich Euch nochmal an das 2026 stattfindende Mega „Lost in MV – 4 EVER“ erinnern und neugierig darauf machen, was Euch auf dem ausgefallenen Gelände so erwarten wird. Bis dahin bleibt schön gesund, Eure Chaos_Schnecke Tina 🐌

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chaosschnecke

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