Entlang einstiger Schienen
Habt ihr auch das Gefühl, das der Frühling in diesem Jahr ganz schön auf sich warten lässt? Bis auf ein paar einzelne “Ausrutscher”-Tage hat es die Sonne dieses Jahr noch nicht so richtig gut mit uns gemeint. Und auch die Temperaturen bewegen sich eher im einstelligen Bereich. Vor zwei Tagen hat es im Chemnitzer Umland sogar wieder geschneit. Aber irgendwann muss er ja kommen, der Frühling. Und wenn er dann endlich da ist, habe ich einen Tipp für Euch. Die Rede ist vom Viaduktradweg im östlichen Altenburger Land.

Im November 1895 wurde zwischen dem Herzogtum Sachsen-Altenburg und dem Königreich Sachsen ein Vertrag zum Bau einer Bahnlinie geschlossen. Die reichlich 22 Kilometer lange Strecke von Nobitz-Kotteritz nach Langenleuba-Oberhain wurde zur Verbindung der Bahnlinien Leipzig-Hof und Leipzig-Chemnitz dringend für den Personenverkehr und auch den Gütertransport benötigt. Eine Baugenehmigung gab es allerdings erst vier Jahre später, worauf auch sofort der Baustart erfolgte. Bis zu 2500 Arbeiter waren mit den Bauarbeiten beschäftigt, welche auf Grund von ungünstiger Bodenverhältnisse mehr Zeit in Anspruch nahmen, als im Vorhinein veranschlagt. Die Strecke führt über fünf Täler und so wurde in Nirkendorf, Wiesebach, Beiern, am Heidelberg und in Niedersteinbach der Bau von Viadukten nötig.





Auch hier erschwerten die sumpfigen Bodenverhältnisse die Arbeiten. So mussten für die Fundamente bis zu 150 Pfähle in den Untergrund gerammt werden. Mit einem halben Jahr Verzögerung wurde die Strecke am 01.Juli 1900 eröffnet.


Nach dem zweiten Weltkrieg bis zur Wende war die Strecke neben dem Personen- und dem Güterverkehr auch für das Militär wichtig. So versorgte sie auch den unweit gelegenen Militärflugplatz, welchen die Sowjetarmee nach 1945 zu einem der größten Flugfelder auf dem Gebiet der ehemaligen DDR ausgebaut hatte. Nach der Wende verlor die Strecke immer mehr ihre Bedeutung. Bis 1995 rollte noch der Personen-, bis 1998 der Güterverkehr. 2009 erfolgte schließlich die endgültige Stillegung und der Rückbau der Gleisanlagen.

Mit dem Rückbau begannen Überlegungen zu einer neuen Nutzung und so entstand die Idee eines Rad- und Wanderweges durch die vielfältige Landschaft. Der Verein Viaduktradweg e.V., die Naturforschende Gesellschaft Altenburg e.V. und die NaBu-Siftung setzten sich das Ziel auf einem 16 Kilometer langen Teilstück der ehemaligen Bahnstrecke einen in Deutschland und Europa einmaligen Rad- und Wanderweg zu realisieren.
Und natürlich finden sich bei solchen Einzigartigkeiten immer Geocacher, welche diese bedosen und uns das Vergnügen bereiten, neben dem Erlebnis an sich, noch ein paar Funde zu verbuchen. 32 Dosen könnt ihr auf dem Weg zwischen Kotteritz und Wiesebach neben einem schönen Rad- oder Wanderausflug finden.
Wir nutzten einen der wenigen sonnigen Tage Ende März zu einer Testtour unserer neuen E-Scooter und begaben uns auf einen Teil des Viaduktradweges. Schon bei der Anfahrt bekamen wir einen Ausblick auf die wunderschönen Viadukte.

Und so starteten wir unsere Roller Fahrt am Tradi “Viaduktradweg #12”, in dessen direkter Nähe ein Parkplatz und ein Zugang zum Rad- und Wanderweg in den Wegpunkten angegeben ist. Wer jetzt einen glatten asphaltierten Radweg erwartet, wird hier enttäuscht. Es geht über Stock und Stein, vorbei an viel Wald, Feldern und Aussichten auf kleine Orte. Hier konnten wir die Offroad Fähigkeit und die Akkuleistung unserer Roller gleich gebührend testen. Der nahegelegene Flugplatz Nobitz-Altenburg überraschte uns unterwegs mehrfach mit Oldtimern in der Luft.




Neben viel schöner Natur und erstaunlich wenigen anderen Menschen auf dem Weg, gibt es immer wieder Zeitzeugen der ehemaligen Bahnstrecke zu sehen. Und natürlich Cachebixxln
. Viele Cachebixxln und noch dazu sehr schön und oft ganz oldscool versteckt.



Natürlich durfte unterwegs auch ein Picknick nicht fehlen. Da wir die Reichweite unserer Akkus im ständigen Stopp and Go und bei unbefestigten Wegen noch nicht wirklich einschätzen konnten, entschieden wir uns nach reichlich 6km zurück zu fahren. Nun genossen wir die Fahrt ohne größere Unterbrechungen. Nur für das ein oder andere Foto machten wir noch einmal Halt.



Nach knapp 13 km in drei dreiviertel Stunden erreichten wir wieder den Ausgangspunkt. Wie zu erwarten waren wir natürlich zu vorsichtig, unsere Akkus waren noch immer halb voll
. Aber besser man hat, als man hätte.
Wir kommen auf jeden Fall noch einmal wieder und werden die fehlende Strecke noch absolvieren, denn hier wurde etwas richtig Tolles erschaffen. Erholen, den Alltag vergessen und die Natur geniesen ist hier garantiert, auf dem Rad, zu Fuß oder mit dem Roller. Und auch für die Cacherfellnasen ist das eine richtig schöne Empfehlung.

Vielleicht konnten wir Euch neugierig machen. Alle Caches, welche ihr auf dem Viaduktradweg finden könnt, habe ich Euch hier in eine Liste gepackt. Weiter Informationen zur Geschichte der Bahnstrecke, den Viadukten oder dem Projekt findet ihr auf der Webseite zum Viaduktradweg.

Nun bleibt mir nur noch uns Allen zu wünschen, das der Frühling nicht mehr zu lange auf sich warten lässt und wir endlich mehr solcher Touren unternehmen können. Bis zum nächsten Mal seid lieb gegrüßt, Eure Chaos_Schnecke Tina
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